Bochumer Montagsdemo
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Rettet die Erde!

Trotz des nasskalten Wetters kamen rd. 20 Personen zur Montagsdemo. Schwerpunktmäßig wurde die Protestkundgebung zum Umwelttag am vergangenen Samstag ausgewertet. "Angeblich wollen die Regierungen vieler Staaten der Erde etwas gegen die Klimaerwärmung tun, aber es passiert nichts. Umwelttechnologien werden nur dann eingesetzt, wenn sie sich profitsteigernd auswirken", lautete eine Wortmeldung. Ein Opel-Mitarbeiter meldete sich: "Die Automobilproduktion ist das beste Beispiel. Obwohl die Fahrzeuge mit Brennstoffzellen betrieben werden könnten, setzt Opel aus Gewinngründen weiterhin auf die herkömmlichen Motoren mit fossilen Brennstoffen. Selbst die Elektroautos wie der Ampera werden nicht flächendeckend gebaut".

"Besonders schlimm ist der weltweite Raubbau an den (Regen)wäldern. Mit wertvollem Tropenholz macht die Holzmafia riesige Profite, die jeweiligen Regierungen sehen tatenlos zu bzw. sind in diesen illegalen Geschäften verwickelt. Außerdem geht es um weitere Flächen für den Anbau von Getreide, z.B. Mais, für die Gewinnung von "Bio-Kraftstoffen" oder für Baumplantagen", erklärte einer der Moderatoren, "häufig wird dabei die einheimische Bevölkerung vertrieben und Morde sind an der Tagesordnung".

"Es ist ein Skandal, in Nordrhein-Westfalen weitere Atommüll-Transporte zum Zwischenlager Ahaus zu planen", sagte eine Rednerin. "Diese Transporte gehen ausnahmslos über die Straße. Dabei wird bewusst in Kauf genommen, dass die Bevölkerung noch mehr der atomaren Strahlung ausgesetzt wird als beim Castor-Transport über die Schiene. Dagegen müssen wir uns wehren!", ergänzte ein Jugendlicher. Ein anderer wies auf das jüngste Fischsterben im Baldeneysee hin: "Durch die Vergiftung von Gewässern schaden sich die Konzerne selber, da solch ein Unternehmen schnell seinen guten Ruf verliert".

Zwischendurch sang der Gittarrist Protestlieder gegen die Umweltzerstörung.

Besonders positiv wurde der Vorschlag einer Umweltgewerkschaft aufgenommen. Eine Bürgerbewegung für Kroyo-Recycling mit dem Sitz in Gelsenkirchen plant dazu eine Strategiekonferenz im nächsten Jahr.

"Umweltschutz und Arbeitsplätze schließen sich nicht gegeneinander aus, wie es die Großkonzerne immer predigen. Durch umweltschonende Produktion, artgerechte Tierhaltung und dem Einsatz erneuerbarer Energien entstehen viele neue Arbeitsplätze, außerdem muss die Arbeitszeit deutlich bei vollem Lohnausgleich gekürzt werden", meinte eine Rednerin.

Ebenfalls wurde auf die Protestkundgebung "Flagge zeigen" gegen den Terror von faschistischen Organisationen am kommenden Samstag, 14.00 Uhr vor dem Rathaus hingewiesen. "Wir sind natürlich mit dabei", hieß es. Ein Moderator wies auf die Trauerfeier für Klaus Kunold (Vorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes) hin. Sie ist ebenfalls am Samstag, 12.00 Uhr, in der Trauerhalle des Friedhofes am Freigrafendamm. Anschließend ist die Beisetzung.

Durch den bevorstehenden Abriss der Justizgebäude an der Viktoriastraße plant die Stadt Bochum eine neue Einkaufsmeile. Von diesen Planungen ist auch der Husemannplatz betroffen. Er sollteilweise überbaut werden und stände als Verweilplatz nicht mehr zur Verfügung. Über dieses Thema berichtete bereits die Soziale Liste Bochum. Auf der nächsten Montagsdemo soll gemeinsam mit den Passanten ein Meinungsbild für den Erhalt des Husemannplatzes erstellt werden.

Wie immer endete die Montagsdemo mit der Abschlusshymne.

Die Moderatoren
Ulrich Achenbach
Christoph Schweitzer

6.12.11 12:09
 
Letzte Einträge: Sie setzen auch ihr Leben auf dem Spiel, Lebhafte Diskussion über mehrere aktuelle Ereignisse, Vorsitzende des Elternbeirats prangert höhere Kita-Gebühren an, Aktuelle Entwicklung bei Thyssen Krupp Nirosta-Stahl stand im Vordergrund, Lebhafte Debatte trotz Eiseskälte


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