Bochumer Montagsdemo
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Vorschlag: Kindergarten auf dem Husemannplatz

Obwohl zur heutigen Montagsdemo nur wenige Teilnehmer kamen, entwickelte sich nach anfänglichem Zögern eine lebhafte Debatte. Das Schwerpunktthema war ortsbezogen, es ging um die Zukunft des Husemannplatzes.

Einer der Moderatoren erläuterte den Sachverhalt. "Die Justizbehörden am Südring (Amts- und Landgericht, Staatsanwaltschaft) werden spätestens 2014 an den Ostring (auf dem ehemaligen Gelände des Gymnasiums am Ostring) umziehen. Die frei werdenden Gerichtsgebäude sollen dann - auch wegen einer Asbestbelastung - komplett abgerissen werden. Die Stadt Bochum plant, für dieses Areal Investoren für ein neues Einkaufszentrum zu finden. Das hätte nicht nur große Auswirkungen auf die bestehenden Geschäfte in der Innenstadt (insbesondere kleinere Läden wären nicht mehr konkurrenzfähig), sondern auch auf öffentliche Flächen wie dem Husemannplatz. Nach dem Masterplan der neuen Einkaufszone würde er Teil eines "Rundlaufes", der über die Kortumstr, dem Bongardboulevard, dem Willy-Brand-Platz und neuer neuen Passage im Bereich des jetzigen Telekomgebäudes und der Junggesellenstr. zum Südring führt. Dabei ging der Verweil- und Ruhecharakter eines der attraktivsten Plätze in der Bochumer Innenstadt verloren. Er würde zur reinen Passage zur neuen Einkaufsmall. Wir fordern, dass der Husemannplatz in seiner jetzigen Form erhalten bleibt und weiterhin für öffentliche Veranstaltungen, Feste und Demonstrationen als auch als Ruhezone zur Verfügung steht".

"Wir haben schon Einkaufszentren genug, sei es der Ruhrpark oder das Hanibalcenter", bemerkte ein Redner, "mich wundert, dass trotzdem noch so viele Leute in die Innenstadt kommen". "Ein weiteres Einkaufszentrum würde das Aus für viele kleine Geschäfte bedeuten, denn bereits jetzt gibt es zahlreiche Leerstände in der Innenstadt, man denke nur an die Stadtbadgalerie", ergänzte ein anderer Redner. Eine Rednerin meinte: "ich wohne zwar jetzt in Herne, bin aber Bochumerin. Da wäre es schrecklich, wenn der Husemannplatz nicht so erhalten würde wie er jetzt ist".

"Eine Privatisierung dieses Platzes würde einen für die Konzerne unerwünschten Personenkreis, nämlich Arme, Bettler usw. aus dem Citybereich ausschließen. Am Konrad-Adenauer-Platz (Bermuda-Dreieick) wurde ähnliches versucht. Man hat Personen, die eigene Getränke mitbrachten, den Zutritt verwehrt. Inzwischen wurden diese Praktiken eingestellt, aber der Platz ist weiterhin in privaten Händen", hieß es in einer weiteren Wortmeldung.

Mehrere Passanten blieben stehen und hörten zu.

Nach einem musikalischen Intermezzo meldete sich eine Rednerin: "Auf dem Husemannplatz könnte ein Kindergarten errichtet werden. Dann könnten die Eltern in aller Ruhe einkaufen und wüssten, dass ihre Kinder in der Nähe gut aufgehoben sind. Außerdem sollte man mehr Bäume anpflanzen. Ein Vorstandsmitglied der Sozialen Liste Bochum ergänzte: "Unsere Ratsgruppe schlug ebenfalls vor, den Husemannplatz in Verbindung mit dem freiwerdenen Justizgelände als Grünzone umzugestalten. Gerade im Innenstadtbereich sind sehr viele Flächen versiegelt und heizen sich im Sommer kräftig auf. Eine zusätzliche "grüne Lunge" würde sich positiv auswirken".

Die Montagsdemonstranten waren sich einig, dass der Charakter des Husemannplatzes auf jeden Fall erhalten bleiben muss und er auf keinen Fall privatisiert werden darf.

Es gabe noch weitere Wortmeldungen zum Klimagipfel in Durban. "Das Ganze ist eine Lüge. Erst soll mehrere Jahre bis 2015 gewartet werden, bis das neue weltweite Abkommen ausgehandelt ist und dann noch einige Jahre, bis es umgesetzt wird", sagte einer der Moderatoren.

Ebenfalls wurde noch kurz über die Demonstration gegen rechten Terror vom Samstag berichtet. "Dort waren über 600 Menschen und alle forderten ein Verbot der NPD sowie aller fachistischen Organisationen", war der gemeinsame Tenor.

Mit der Hymne endete die Montagskundgebung (wegen der geringen Teilnehmerzahl gab es keinen Demozug). Das Thema für den nächsten Montag steht schon fest: Helden der heutigen Zeit.

Die Moderatoren
Ulrich Achenbach
Christoph Schweitzer

12.12.11 22:44
 
Letzte Einträge: Sie setzen auch ihr Leben auf dem Spiel, Lebhafte Diskussion über mehrere aktuelle Ereignisse, Vorsitzende des Elternbeirats prangert höhere Kita-Gebühren an, Aktuelle Entwicklung bei Thyssen Krupp Nirosta-Stahl stand im Vordergrund, Lebhafte Debatte trotz Eiseskälte


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