Die letzte Montagsdemo im Jahre 2011 war gut besucht. Passend zum bevorstehenden Weihnachtsfest war das Motto: Helden des Alltages.
Einer der Moderatoren leitete die Diskussion ein: "Wenn von Helden gesprochen wird, denken viele an mächtige Könige des Altertums, besondere Staatsmänner der neueren Zeit oder auch berühmte Sportler. Doch die wahren Helden finden wir im ganz normalen Alltag. Ich erinnere nur an die Mitarbeiter der Rettungs,- Pflege- und Notdienste, die keinen pünktlichen Feierabend kennen und oftmals ihr eigenes Leben riskieren, um anderen zu helfen. Das betrifft genauso die Krankenschwester wie den Feuerwehrmann. Helden sind auch Soldaten, die sich nicht den unmenschlichen Befehlen ihrer Vorgesetzten beugen und z.B. nicht auf friedliche Demonstranten schießen." Anschließend verlas der Moderator einen Bericht der Berliner Zeitung aus Syrien über den mutigen Widerstand Jugendlicher gegen die Truppen vom brutalen Diktator Assad.
Einige Beschäftigte von Opel berichteten von dem heldenhaften und uneigennützigen Einsatz einer Betriebsrätin (Jugendvertreterin). "Weil sich Lisa Gärtner für die Rechte der Auszubildenden intensiv einsetzte, wurde sie unter fadenscheinigen Gründen von der Opel-Geschäftsleitung gekündigt. Alle Rechtsmittel dagegen - auch Klagen durch mehrere Instanzen - blieben erfolglos. Trotzdem kämpft Lisa noch weiter.
"Ich habe Achtung vor der Zivilcourage einer Studentin, die Aufkleber der Nazis bzw. NPD in Bochum-Langendreer von öffentlichen Einrichtungen, z.B. Straßenlaternen, zerstörte bzw. entfernte. Wegen Sachbeschädigung wurde sie angezeigt und verurteilt", berichtete eine Montagsdemonstrantin, die in Bochum-Langendreer wohnt.
"Ich erfuhr von einem weiteren Fall der Zivilcourage", sagte ein Redner, "einer älteren Frau wurde die Handtasche entrissen. Das sah ein junger Mann und verfolgte den Täter, bis er schließlich von der Polizei gefasst wurde."
"Helden sind nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder", hieß es in einer weiteren Wortmeldung. "Ich erzähle die wahre Geschichte von zwei Kindern, die ein anderes Kind retteten, das im Eis eines Sees eingebrochen war. Die Kinder waren am Ufer des Sees mit ihren Schlitten unterwegs, als sie die Hilferufe des Kindes im eiskalten Wasser hörten. Obwohl es äußerst gefährlich war, robbten die beiden Kinder mit ihrem Schlitten über dem Eis bis kurz vor dem gebrochenen Eis. Auf dem Eis liegend und mit vereinten Kräften zogen sie das hilfslose Kind aus dem eisigen Wasser und brachten es auf den Schlitten. Zum Glück hielt die Eisdecke stand und alle erreichten das rettende Ufer. Dieses Ereignis ist zwar schon längere Zeit her, aber ein hervorragendes Beispiel für den heldenhaften Mut einiger Kinder".
Zwischen den einzelnen Wortbeiträgen gab es eine musikalische Einlage mit mehreren Montagsdemoliedern.
Zum Ende der Kundgebung bezeichnete einer der Moderatoren die gesamte Montagsdemobewegung als heldenhaft: "Wer wöchentlich bei jedem Wetter gegen die unsoziale Regierung, die Hartz-Gesetze und andere weltweite Probleme kämpft, obwohl er persönlich noch nicht von Armut betroffen ist, verdient unsere Hochachtung. Er ist ein Held des Alltages, der sich uneigennützig für die Rechte anderer einsetzt".
Mit der Abschlusshymne endete die letzte Montagsdemo 2011. Am 2.1.2012 ist die erste Montagsdemo im neuen Jahr wieder auf dem Husemannplatz und beginnt mit dem Protest gegen die neueste Hiobsbotschaft: Bald 5 Euro für jeden Arztbesuch? Die CDU plant, die bisherige Praxisgebühr von 10,00 Euro pro Quartal abzuschaffen und durch eine Gebühr von 5 Euro pro Arztbesuch zu ersetzen! Angeblich hat die jetzige Praxisgebühr nicht bewirkt, dass weniger Leute zum Arzt gehen.
Wir wünschen allen eine frohe Weihnacht und ein glückliches, gesundes Neues Jahr 2012!
Die Moderatoren
Ulrich Achenbach
Christoph Schweitzer