Bochumer Montagsdemo
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Aktuelle Entwicklung bei Thyssen Krupp Nirosta-Stahl stand im Vordergrund

Ursprünglich sollte am heutigen Montag der Nazigräuel und der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee am 27.1.1945 - also vor 67 Jahren - gedacht werden. Wegen der aktuellen Ereignisse wechselte das Schwerpunktthema jedoch zur aktuellen Situation der Beschäftigten von Thyssen Krupp Nirosta.

Trotz der ungewöhnlichen Kälte kamen ca. 30 Montagsdemonstranten und es entwickelte sich eine lebhafte Debatte. "Wie immer sollen die Beschäftigten eines Unternehmens für die Fehler der Manager aufkommen", erklärte ein Redner, "da war die große und spontane Demo - die von der IG - Metall mitorganisiert wurde - die richtige Reaktion". "Die Metaller sind bereits durch frühere Erfahrungen mit den Arbeitgebern äußerst kampfbereit und die Situation ist nicht daher nicht mit Nokia vor einigen Jahren zu vergleichen", hieß es in einer weiteren Wortmeldung. "Die Montagsdemo war und ist immer an der Seite der Arbeitnehmer und unterstützt sie bei ihrem Kampf um die Arbeitsplätze. Egal ob es bei Nokia, Opel oder jetzt bei Nirosta ist", ertönte es von einer Rednerin. "Die Beschäftigten bei Nirosta sollen sich auf keine faulen Kompromisse wie bei Nokia einlassen, ich erinnere dazu an Cromme, der für die damalige Werkschließung des Edelstahlwerkes in Rheinhausen verantwortlich war", berichtete ein Redner.

Alle Montagsdemonstranten verabschiedeten einstimmig folgende Resolution, die an Warnstreikenden von Nirosta übegeben wird:

Solidaritätserklärung

Liebe Kolleginnen und Kollegen von Nirosta Bochum!

Ihr habt die volle Solidarität der Montagsdemonstration Bochum. Jeder vernichtete Arbeitsplatz ist einer zu viel! Mit eurem Streik geht ihr den richtigen Weg – nicht abzuwarten wie bei Nokia bis es zu spät ist. Wir möchten euch ermutigen, euch für einen unbefristeten Streik zu entscheiden.

Schon bei der Demonstration am letzten Freitag wurde deutlich: ihr habt die volle Solidarität aller Stahlarbeiter und der Menschen in ganz Bochum – das ja schon beim Streik der Opelaner 2004 „Stadt der Solidarität“ genannt wurde. Wir werden alles in unseren Kräften tun, um zur bundesweiten Solidarität beizutragen. Wir hoffen, ihr könnt zur Einheit mit den finnischen Kollegen und den Kollegen in allen Ländern beitragen.

Glück auf!

Einstimmig auf der Montagsdemonstration am 30.1.12 verabschiedet                    

 Ulrich Achenbach                   
Alte Wittener Str. 31
44803 Bochum
Telefon 0234 361094

Christoph Schweitzer
Wiebuschweg 37
44892 Bochum
Telefon 0163 9195882


Wegen der Kälte endete die Montagsdemo bereits am Husemannplatz mit der traditionellen Abschlusshymne. Am nächsten Montag soll - wie bereits schon in der letzten Woche beschlossen - das Thema Thyssen Nirosta im Vordergrund stehen.

Einige Teilnehmer erklärten sich nach der Demo spontan bereit, auch der Verantwortliche für diese Webseite, die Resolution an die Mahnwache vor dem Werkstor Thyssen Krupp Nirosta zu überbringen.

"Die Delegierten der Montagsdemo wurden sehr herzlich von den Beschäftigten , die Mahnwache hielten, begrüßt", schilderte der Verfasser dieser Zeilen. Die Betriebsräte berichteten von der Tagung der Unternehmesleitung von Thyssen Nirosta mit den Abgeordneten des finnischen Konzerns in Essen. Dieser Tagungsort war von Polizeieinheiten abgeschirmt. Davor protestierten hunderte von Beschäftigten gegen den geplanten Verkauf an den finnischen Konzern Outukumpu. Die Finnen kennen solch einen Wiederstand im eigenen Land nicht. Wenn dort ein Werk schließ, sind die Folgen für die Beschäftigten nicht so dramatisch wie in Deutschland. Anstelle von Hartz IV gibt es in Finnland für 5 Jahre 90%! des letzten Arbeitslohn als Arbeitslosenunterstützung. "Es ist das erste Mal in der Geschichte von Krupp, dass Beschäftigte von Arbeitslosigkeit bedroht sind", teilte ein Betriebsratsmitglied mit, "bisher gab es in solchen Fällen Sozialpläne, wodurch die Arbeitnehmer nicht in die Arbeitslosigkeit rutschten, sondern in Vorruhestand oder Beschäftigungsgesellschaften gingen".

Aktuelle Entwicklung: Thyssen Nirosta Stahl wurde an Outukumpu verkauft, das Werk Krefeld soll 2013 geschlossen werden, für Bochum gibt es eine "Bestandsgarantie" bis 2016 .... der Arbeitskampf um jeden Arbeitsplatz ist vorprogrammiert!

Die Moderatoren
Ulrich Achenbach
Christoph Schweitzer

31.1.12 23:59
 
Letzte Einträge: Lebhafte Debatte trotz Eiseskälte, Montagsdemo beschließt Resolution gegen das Morden in Syrien, Atomkraftwerke weltweit sofort stilllegen!, Situation der Bergbauarbeiter stand im Mittelpunkt, Am 6.10.2012 geht es zur Herbstdemo gegen Sozialabbau nach Berlin


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