General Motors beabsichtigt, die Opel Werke in Bochum und Ellesmereport zu schließen! Diese topaktuelle Nachricht stand daher an erster Stelle der üblichen Diskussion.
Ein Beschäftigter und Vertrauensmann vom Opel Werk I berichtete: "General Motors versucht mit Lügen die Belegschaften der Werke Bochum, Eisenach, Sagarossa und Ellesmereport gegeneinander auszuspielen. Angeblich fahren die Opel Werke Bochum und Ellesmereport Verluste ein, die Eisenacher sollten daher tiefe Einschnitte bei den Löhnen usw. hinnehmen. In Wirklichkeit machte Opel durch die gute Nachfrage sogar Gewinne. An die Beschäftigten im Werk Saragossa stellt GM die gleichen Forderungen. Doch die Belegschaften werden sich nicht spalten lassen. Die einzige Antwort auf diese Lügen der Konzernspitze heißt Streik!"
"Viele Opel-Mitarbeiter meinen, bei einem Streik würde das Werk Bochum sofort geschlossen. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Das hat sich bei dem spontanen Arbeitskampf im Jahre 2004 bewiesen, wo die Werke I und III auch blockiert wurden. Kleinlaut musste die Geschäftsführung einlenken. Ohne diesen Streik gäbe es in Bochum kein Automobilwerk mehr. Aber auch die Zukunftsverträge sind keine Garantie für den Fortbestand der Opel-Werke und können jederzeit durch eine Klausel von der Geschäftsleitung gebrochen werden. Das wurde bereits im Tarifvertrag versucht", erläuterte ein weiterer Opel-Mitarbeiter.
"Sollte es zu einem Streik kommen, stände die Bevölkerung vom gesamten Ruhrgebiet hinter der Belegschaft und es käme auch viel Hilfe von außen wie 2004", hieß es in der Wortmeldung einer Rednerin.
"Die Wählerinitiative AUF Gelsenkirchen, die auch im Gelsenkirchener Rat vertreten ist, hat eine Solidaritätserklärung für die Opelaner verabschiedet und auch in den Rat eingebracht", sagte eine weitere Rednerin.
Die Bochumer Montagsdemo folgte diesem Beispiel und beschloss einstimmig eine Solidaritäts-Resolution für die Belegschaft von Opel. Diese Erklärung geht an den Opel-Betriebsratsvorsitzenden Einenkel.
Anschließend wurde die Hymne des Automobil-Ratschlages (einer internationalen Kooperation der (Opel)-Beschäftigten von allen Automobilwerken) gesungen.
Danach leitete einer der Moderatoren zum Thema "verkaufsoffene Sonntage" über. Eine ehemalige Verkäuferin berichtete: "Ich war jahrelang im Einzelhandel tätig und kann daher das Verbot von verkaufsoffenen Sonntagen nur begrüßen. Das Verkaufspersonal ist schon durch die langen Öffnungszeiten an den übrigen Tagen total ausgemergelt. Besonders schlimm ist die Situation für Familien mit Kindern, wenn sie nicht einmal am Sonntag zusammen sein können, weil die Frau oder der Mann arbeitet. Außerdem gab es bei meinem frühreren Arbeitgeber Woolworth Lohnzuschüsse für die Sonntagsarbeit. Diese Zahlungen wurden später eingestellt. Stattdessen sollten wir länger Pausen machen, was aber nicht möglich war".
"Der Einzelhandelsverband hat nach dem ablehnenden Ratsbeschluss erneut verkaufsoffene Sonntage bei der Verwaltung beantragt, die CDU des Bezirks Bochum-Mitte hat diesen Antrag aber bereits abgelehnt", teilte ein Mitglied der Sozialen Liste Bochum mit, die auch im Rat der Stadt Bochum vertreten ist. Jetzt folgt noch eine Sitzung des Ältesten- und Wirtschaftsausschusses. Hoffentlich bleibt es beim Nein zu den verkaufsoffenen Sonntagen!"
Einer der Moderatoren wies auf den Leserbrief des Geschäftsführers Uhle vom Hannibal-Center im Stadtspiegel hin. "Herr Uhle setzt sich angeblich für das frührere Ladenschlussgesetz mit Begrenzung der Öffnungszeiten ein. Bochum kann aber nicht auf verkaufsoffene Sonntage verzichten, so lange es diese in den Nachbarstädten gibt. Besonders kurios ist die Aussage von Herrn Uhle, dass beim Verzicht der verkaufsoffenen Sonntage gerade die kleinen Einzelhändler betroffen wären. Gerade diese Unternehmen leiden bereits jetzt schon durch die überlagen Öffnungszeiten in der Woche, wo sie nicht mithalten können".
Nach weiteren Wortmeldungen schlug der Moderator vor, an Herrn Uhle ein entsprechendes Schreiben der Bochumer Montagsdemo zu schicken, diese Idee wurde einhellig begrüßt.
Wegen Rosenmontag fällt die nächste Montagsdemo aus, es sei denn, dass durch die Entwicklung bei Opel zu einer Großkundgebung aufgerufen wird. Die Montagsdemonstranten treffen sich trotzdem um 18.00 Uhr am Husemannplatz, um dann gemeinsam in einer Gaststätte zusammen zu sitzen.
Die Moderatoren
Ulrich Achenbach
Christoph Schweitzer