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Opel-Werkschließung Bochum war bereits Anfang des 21. Jahrhunderts geplant


Eine ausgiebige und aussagekräftige Diskussion zeichnete die heutige Montagsdemokundgebung aus. Zum Thema "Zukunftsperspektiven 2022 für die Neustrukturierung des Opel-Geländes" gab es zahlreiche Redebeiträge. Zeitweise waren über 40 Personen anwesend. Das Lied "Montagsdemo angesagt" war der Auftakt zur Kundgebung.

"Am vergangenen Donnerstag gab es eine Sondersitzung des Rates zur Gründung einer Gesellschaft "Perspektiven 2022" nach Schließung des Opel-Werks in Bochum. Vielleicht war jemand von euch da und kann darüber berichten", leitete einer der Moderatoren die Debatte ein.

"Ich war Zuhörer dieser Ratssitzung und wurde wütend darüber, als der Arbeitsdirektor Schumacher die nicht mehr genutzten Opel-Flächen an die neu geründete GmbH 'Bochum Perspektive 2022' für 1 Euro verramschen will. Der Stadtrat hat mit großer Mehrheit die Gründung dieser GmbH beschlossen und einem entsprechenden Gesellschaftsvertrag zugestimmt. Die Gesellschaft soll die die Flächen aufbereiten, die Opel nach dem Auslaufen der Produktion zurücklässt. Die Stadt Bochum ist mit 51% und Opel mit 49% an der Gesellschaft beteiligt. Damit beweist die Stadt Bochum, dass sie voll auf der Seite von Opel steht und überhaupt keinen Funken von Solidarität mit den Opel-Beschäftigten zeigt", erläuterte ein Opelaner,"nur die Soziale Liste stimmte gegen diese Gründung der GmbH.

"Diese GmbH befasst sich angeblich mit der Beseitigung der Altlasten und der Aufbereitung der ehemaligen Opel-Flächen für die Neuansiedlung von Industrie. Die Mitarbeiter sollen sich einem Profiling für die vermeintlichen neuen Arbeitsplätze unterziehen, da machen jedoch viele Belegschaftsmitglieder nicht mit. Bisher liegt dem Betriebsrat nicht einmal der sog. 'Sozialtarifvertrag' vor", erklärte ein Vertrauensmann von Opel. "Woher sollen im Übrigen neue Arbeitsplätze herkommen?"

"Die Beseitigung der Altlasten geht wieder einmal voll auf Kosten der Kommune, also der Steuerzahler", äußerte sich ein Redner, "denn die Stadt Bochum hat bei der neuen GmbH die meisten Gesellschafter-Anteile".

"Hier muss ohne Wenn und Aber das Verursacherprinzip gelten, der Verursacher ist Opel!", hieß es in einer weiteren Wortmeldung. "Stattdessen sagte
NRW Wirtschaftsminister Garrelt Duin eine finanzielle Unterstützung des Landes NRW für die Aufbereitung der Flächen für Industrie- und Gewerbeansiedlungen zu. Damit beweist sich, wer hier das Sagen hat: Internationale Monopole wie z.B. GM-Motors!"

"Nicht nur die Böden großer Teile des Opel-Geländes sind verseucht, sondern auch die Gebäude. Hier ist viel Asbest verbaut worden", meinte einer der Moderatoren.

Ein ehemaliger Opel-Mitarbeiter der Finanzabteilung (heute Rentner) meldete sich. "Angeblich soll auf dem Opel-Gelände ein Warenverteilzentrum entstehen. Dazu müssten auch Teile des ehemaligen Opel-Werk II einbezogen werden. Gleichzeitig würden viele neue Arbeitsplätze entstehen. Das ist jedoch Lüge und reine Augenwischerei. Zum ersten läuft so ein Warenverteilzentrum weitgehend automatisiert ab /wie z.B. bei Amazon) und kommt mit wenig zusätzlichen Arbeitskräften aus. Zum anderen ist in Osteuropa ein neues Warenverteilzentrum in Planung oder sogar in Bau".

"Opel spielt weiterhin auf Zeit, denn der sog. 'Sozialtarifvertrag' lässt weiter auf sich warten und das trotz einer Klage vor dem Arbeitsgericht. In diesem Vertrag ist die Schließung des Opel-Werks Bochum bereits anerkannt. Es geht nur um Abfindungen bzw. eine Beschäftigungsgesellschaft. Aber die Belegschaft lässt sich nicht weiter verarschen", der Widerstand nimmt immer mehr zu. Wir arbeiten mit voller Kraft daran, dass es zu einem Streik kommt", ergänzte ein Opel-Beschäftigter.

Der Opel-Rentner führte weiter aus. "Die Schließung des Opel-Werk I war bereits Ende der 90er Jahre des vorherigen Jahrhunderts für 2016 geplant. Davon wusste sogar der Rat der Stadt Bochum. Als ich 2004 auf einer Versammlung andeutete, dass bei Opel 2010 die Lichter ausgehen werden, attackierte mich der damalige SPD-Fraktionsvorsitzende Hossiep. Wahrscheinlich versuchte die Stadt Bochum diesen Skandal zu vertuschen".

"Die Beschäftigten von Opel haben nichts zu verlieren", empörte sich eine Rednerin", "warum schmeißen sie nicht alles hin und gehen vor das Tor?"

"Das ist sehr zu begrüßen, aber für einen Streik bedarf es langer Zeit zur Überzeugung der Belegschaft. Auch 2004 hat es zuvor zahlreiche Betriebs- und Pausenversammlungen gegeben, bis es zum Streik kam", antwortete ein Vertrauensmann von Opel, "Wir arbeiten selbstverständlich daran, dass es auch jetzt zu einem Streik kommt".

Es folgten noch mehrere Wortmeldungen und die Montagsdemonstranten erklärten die weitere uneingeschränkte Solidarität für den Kampf um Erhalt der Arbeitsplätze. Das gilt sowohl für Opel als auch Outokumpu und anderen Betrieben. "Ich wünschte mir einen gemeinsamen Arbeitskampf der Belegschaften von Opel, Outokumpo und Anderen sowie eine Großdemonstration auf der Straße", sagte ein Moderator.

Mit der Abschlusshymne endete die Kundgebung. Das Thema für die nächste Woche ist noch offen, es werden jedoch die Zerstörung von landwirtschaftlicher Nutzfläche durch den Bebauungsplan Havkenscheider Feld in Bochum sowie die EDV-Umstellung für die Leistungen des ALG II angesprochen. Im Zusammenhang mit dieser Umstellung kann es zu großen Pannen wie z.B. der Nichtzahlung des ALG II kommen.

Die Moderatoren
Ulrich Achenbach
Christoph Schweitzer
4.2.14 00:56
 
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