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In Teilen von NRW droht Trinkwasservergiftung!


Auf der heutigen Montagsdemo gab es zwar kein Schwerpunktthema, jedoch drehte sich die Diskussion vorwiegend um einen neuen drohenden Umweltskandal. Wie bereits die WAZ Gelsenkirchen berichtete, wurde die jahrlange Einlagerung von Giftmüll in stillgelegte Schächte durch einen Mitarbeiter der Ruhrkohle AG (RAG) publik gemacht.

Einer der Moderatoren erklärte dazu: "Der Sprecher der Organisation 'Kumpel für AUF' und Mitarbeiter der RAG, Christian Link, wandte sich an die Öffentlichkeit, um auf die Gefahren der eingelagerten Giftstoffe, u.a. auch dioxinhaltige Filterstäube in den ehemaligen Bergwerkstollen der stillgelegten Schachtanlagen aufmerksam zu machen. Die RAG plant jetzt, diese Schächte bis auf 300 Meter zu fluten, d.h. das verseuchte Grubenwasser wird nicht mehr wie bisher abgepumpt. Dadurch kann das vergiftete Wasser sich mit dem Grundwasser vermischen. Da fast alle ehemaligen Bergwerke miteinander vernetzt sind, breitet sich diese Vergiftung auf mehrere Regionen in NRW aus. Unser Trinkwasser ist gefährdet!"

Ein Redner ergänzte: "Weil dieser Umweltskandal ans Tageslicht gekommen ist, wurde Christian von der RAG sofort mit einem Anfahrtsverbot für alle Schachtanlagen sanktioniert und ist gleichbedeutend mit einem Berufsverbot. Das beweist die Angst dieses Bergbaukonzerns vor der Öffentlichkeit und damit verbunden vor einer großen Widerstandsbewegung".

"Nach Aussagen der RAG soll Christian gelogen haben. Das Grundwasser bzw. auch Trinkwasser sei durch die Anhebung des Gruben-Wasserspiegels nicht gefährdet, da es wasserdicht abgeschottet sei. Das gleiche sei vom dem Salzstock Gorleben berichtet worden (dort ist das Zwischenlager von Atommüll), bereits nach einigen Jahren drang Wasser in diesen Salzstock ein. Im Gegensatz zur RAG gab es in Gorleben Umweltverträglichkeits-Gutachten. Dabei weiß bereits schon ein Schüler, dass sich Wasser seinen Weg sucht und überall durchsickern wird. Das vergiftete Grubenwasser macht dabei keinen Unterschied mit dem Grundwasser", schilderte ein weiterer Redner.

"Christian Link wurde auf diesen Umweltskandal der RAG durch einen Bauern aus Kamen aufmerksam. Sein Saatgut trug keinen Ertrag. Der Landwirt forderte ein Umweltgutachten an. Darin wurde bescheinigt, dass der Acker bereits dioxinbelastet war. Als einzige Quelle für dieses Gift kam nur die stillgelegte Schachtanlage in Kamen in Frage, wo Giftmüll in den Stollen eingelagert wurde. Diese Schadstoffe sind bereits bis an die Oberfläche gedrungen", berichtete eine Rednerin.

"Christian Link soll genauso wie die Belegschaft von Opel mundtot gemacht werden", meldete sich ein Opel-Beschäftigter, "wir werden eine Solidaritätserklärung der Opelaner an Christian und an die Presse senden und schlagen vor, dass sich auch die Montagsdemo daran beteiligt".

"Sinnvoll wäre auch, diese Solierklärung an den Betriebsrat von RAG weiterzuleiten. Die Antwort auf diese Umweltvergiftung sowie das Vorgehen gegen Christian müsste Arbeitsniederlegung der Beschäftigten der RAG sein", meinte dazu ein Moderator, "ich schlage daher vor, dass die Solidaritätserklärung auch an den RAG-Betriebsrat weitergeleitet wird".

Die Montagsdemo beschloss daraufhin, sich an der Solidaritätserklärung für Christian zu beteiligen und diese auch an den Betriebsrat der RAG weiterzuleiten.

Eine Montagsdemonstrantin verlas ihre Stellungnahme zu der Schließung des Opel-Werks in Bochum sowie zu der Vernichtung von 200 Arbeitsplätzen bei Johnson-Controlls, mobilisierte zur Teilnahme an der Montagsdemo und setzte sich für eine Großdemonstration gegen die Arbeitsplatzvernichtung und Umweltzerstörung ein. "Die Leute müssen von dem Gedanken weg kommen, man könne nichts ändern und ich selber bin nicht betroffen. Von einer Trinkwasservergiftung wäre j e d e r betroffen. Ebenfalls ist heute kaum ein Arbeitsplatz sicher".

Eine weitere Rednerin regte an: "Gegen die fortschreitende Umweltzerstörung durch die Konzerne hat sich bereits eine Umweltgewerkschaft gebildet. Hier ist permanente Arbeit erforderlich. Nur wenn sich immer mehr in dieser Gewerkschaft zusammenschließen, wird ein Erfolg für die Rettung der Umwelt vor der Profitgier der Konzerne erfolgreich sein. Im Internet kann man mehr über diese Gewerkschaft erfahren".

Weiterhin wurde angesprochen, dass noch viele Opel-Rentner auf die Erhöhung ihrer Rente warten, obwohl nach der Großdemonstration dieser Rentner im vergangenen Jahr vor dem Opel-Werk I von der Geschäftsleitung zugesagt wurde, diese Rentenerhöhung umgehend auszuzahlen. "Die Opel-Rentner planen eine weiteren Protest und würden sich über eine Unterstützung durch die Bochumer Montagsdemo, die Soziale Liste Bochum und andere sehr freuen", teilte dazu ein Moderator mit. "Das ist eine Selbstverständlichkeit. Die Opel-Rentner wurden genauso betrogen wie die Beschäftigten", sagte der andere Moderator.

Ebenfalls rügte die Montagsdemo auch den Volksentscheid in der Schweiz, den Zuzug von Ausländern zu begrenzen.

Da der Gitarrist fehlte, endete die Montagskundgebung ohne die bekannte Abschlusshymne. Am nächsten Montag werden die BASTA-Frauen (Angehörige von Opel-Beschäftigten) über ihren Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze berichten. Zu dieser Diskussion werden auch verschiedene Parteien eingeladen.

Die Moderatoren
Ulrich Achenbach
Christoph Schweitzer


Nachfolgend ein Auszug aus dem Bericht der WAZ Gelsenkirchen zu Christian Link:


Die Ruhrkohle AG erteilte einem ihrer langjährigen Mitarbeiter Ende Januar 2014 RAG-weites Anfahrverbot. Dabei bekam Christian Link im November letzten Jahres noch eine Ehrenurkunde für seine verdienstvolle Mitarbeit. Eine Begründung bekam er nicht, auch nicht auf direkte Nachfrage.

Im November 2013 bekam Christian Link (47) von seinem Arbeitgeber, dem Schachtunternehmen Deilmann-Haniel, eine Ehrenurkunde zum 30-jährigen Dienstjubiläum „für treue und verdienstvolle Mitarbeit“ überreicht, Ende Januar 2014 ließ ihm die Ruhrkohle ein Anfahrverbot aussprechen. Eher durch Zufall, als sich Link von seiner Schicht abmelden wollte, ihn der Reviersteiger am Telefon sprechen wollte, erfuhr er davon. „Du hast RAG weites Anfahrverbot“, teilte „sein“ Reviersteiger ihm mit. Ohne Angabe von Gründen. Nachfragen bei der RAG-Personalabteilung waren ergebnislos. Auf die Begründung wartet Link heute noch.vtbox();„In meinen Augen ist das ein Berufsverbot“, sagt der Gelsenkirchener.

Wir wollen Herrn Link nicht bei der RAG weiterbeschäftigen.Das Vertrauensverhältnis sei „schwerwiegend gestört“, weil „Herr Link öffentlich mit falschen Behauptungen gegen die RAG auftritt.

Ruhrkohle AG erteilt Mitarbeiter Anfahrverbot | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen/ruhrkohle-ag-erteilt-mitarbeiter-anfahrverbot-id8954880.html#plx1050466262
10.2.14 22:44
 
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