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Zeichen bei Opel stehen auf Streik


Die heutige Montagsdemo war sehr gut besucht. Außer den BASTA-Frauen kamen der Betriebsratsvorsitzende und Stellvertreter von Johnson Controls, eine Mitarbeiterin von Outokumpu sowie Delegierte der Wittener und Hattinger Montagsdemo.

Nach einer kurzen Begrüßung durch einen der Moderatoren hatten die BASTA-Frauen das Wort.

"Als Ehefrauen von Beschäftigten der Opel-Werke haben wir diese Organisation gegründet, um unsere Männer bei ihrem Kampf um die Arbeitsplätze umfassend zu unterstützen. Anfangs war die Motivierung unserer Männer schwierig, da sie nach der stressigen Schicht sich nur noch ausruhen und entspannen wollten. Später kämpften wir gemeinsam gegen die Arbeitsplatzvernichtung durch die bevorstehende des Schließung des Opel Werk I. Es geht aber nicht nur um Opel. Wir unterstützen den gemeinsamen Kampf gegen Stellenvernichtungen durch die Konzerne und für die Zukunft der Region. Überall werden Arbeitsplätze abgebaut, sei es bei dem Sitzhersteller und Zulieferer von Opel, Johnson Controls, bei Outokumpo oder anderswo. Außerdem geht es um die Zukunft unserer Jugend, die nach ihrer Ausbildung in der Regel keinen Arbeitsplatz mehr finden können. Wir unterstützen einen gemeinsamen Kampf gegen den Stellenkahlschlag. Wo noch produziert wird, ist auch ein Streik nicht vergebens. Wir sind auch sicher, dass große Teile der Bevölkerung auf unserer Seite stehen und sich mit uns solidarisieren".

Der Betriebsratsvorsitzende von Johnson Controls berichtete: "Bei uns sollen über 200 Stellen abgebaut werden. Das Unternehmen bietet den Mitarbeitern Abfindungen bzw. Weiterbeschäftigung in anderen weit entfernten Werken an. Das kann aber nicht die Lösung sein. Neben der Entfernung zu anderen Arbeitsstätten ist nicht einmal gewährleistet, dass die neuen Arbeitsplätze sicher sind. Die zugesagten Abfindungen reichen nicht bis zum Renteneintrittsalter und auf dem allgemeinen Stellenmarkt gibt es so gut wie keine entsprechenden Ersatzarbeitsplätze. Ich war auch auf der letzten Opel-Betriebsratsversammlung. Es zeigte sich, dass sich immer mehr Belegschaftsmitglieder nicht länger von der Geschäftsführung täuschen lassen wollen. Die Stimmung ist sehr kämpferisch und ein Streik wird immer wahrscheinlicher".

Eine Rednerin ergänzte: "Viele Beschäftigte geben sich noch mit einer Abfindung zufrieden. Jedoch immer mehr geht es um ihre Existenz und sie sind einem Streik sehr aufgeschlossen".

"Sehr wichtig ist die Organisation einer Arbeitsniederlegung", meinte ein Redner, "dazu müssen die Belegschaften aller betroffenen Unternehmen eng zusammenarbeiten".

Eine BASTA-Frau meldete sich: "Wir arbeiten auch im Solidaritätskreis für die kämpfenden Opelaner mit. Dort wird seit langem für die Unterstützung der Belegschaft bei einem Streik gesammelt. Bisher sind über 37.000,00 Euro zusammen gekommen. Die Arbeiter ständen bei einem selbstständigen Streik nicht ganz mittellos da".

Nach einem Montagsdemolied ging die Diskussion weiter. Ein Passant mit griechischer Staatsangehörigkeit sagte: "Ich lebe seit 1998 hier in Deutschland und wohnte in der Nähe des Opel-Werks. Ich bin für einen Arbeitskampf bei Opel. Alle sollten auf die Straße zu einer großen Demonstration gehen. Die Montagsdemo ist gut und sie sollte zu einer großen Aktion werden".

Die Mitarbeiterin von Outokumpu schilderte: "Nach Verhandlungen mit der Geschäftsführung und dem Betriebsrat soll die Produktion im Werk Bochum erst 2015 eingestellt werden. Wir regten eine gemeinsame Kundgebung mit den Beschäftigten von Opel an, dass wurde von der IG Metall Bochum jedoch angelehnt".

Einer der Moderatoren, der Delegierter bei der IG Metall Ortsverband Bochum ist, äußerte sich "Morgen haben wir eine Delegiertenversammlung. Da werde ich mich zu dem Thema 'Kampf um Erhaltung der Arbeitsplätze entsprechend' äußern. Nach weiteren Diskussionsbeiträgen wurde auf Wunsch der BASTA-Frauen das Arbeiterlied "Le Chiffon Rouge" gesungen.

Danach gab es eine Wortmeldung aus dem Publikum: "Ich habe sowohl das Opel-Werk Bochum als auch ein Werk von Daimler-Benz besichtigt. Dabei kam mir die Produktion bei Opel in Bochum wie eine rückständige Hinterhofwerkstatt vor. Im Gegensatz zu Daimler Benz wirkten die Gebäude von Opel sehr marode. Außerdem frage ich mich, wie Arbeitsplätze erhalten werden sollen, wenn nicht einmal die Mehrheit der Opel-Beschäftigten einen Opel-PKW kauft".

"Daimler Benz hat deutlich mehr Werbung für seine Produkte gemacht als Opel. Davon abgesehen ist die Nachfrage nach dem Zafira weiterhin vorhanden, denn dieses Modell soll in Rüsselsheim weiter gebaut werden. In die Opel-Gebäude wurde schon seit Jahren nichts mehr investiert, da GM Motors wohl bereits 2004 beabsichtigte, das Werk Bochum zu schließen. Nur der selbständige Streik in diesem Jahr führte dazu, dass Opel Bochum zu jetzigen Zeitpunkt noch besteht", antwortete ein Redner.

Eine Montagsdemonstrantin aus Witten berichtete vom Stellenabbau bei Rexroth-Bosch, ein Delegierter von der Hattinger Montagsdemo erinnerte an die Werksschließung der Henrichshütte im Jahr 1987. "Nach Schließung dieses Werkes haben sich auf dem freiwerdenden Areal zwar neue Firmen angesiedelt, jedoch waren das überwiegend Firmenumzüge. Zusätzliche Arbeitsplätze sind dadurch nicht entstanden. Ich sende Solidariätsgrüße an die Belegschaften von Opel und Outokumpo für ihren Kampf um jeden Arbeitsplatz".

Eine Rednerin erinnerte an den Mitarbeiter der RAG Christian Link, der die Verklappung von Giftmüll in alten Bergwerkschächten an die Öffentlichkeit brachte und deswegen von der RAG ein regionsweites Anfuhrverbot erhielt. Die Montagsdemo beschloss daher einstimmig, eine Solidariätserklärung an Christian zu senden und davon auch den Betriebsrat bei RAG zu informieren.

Nach weiteren Wortmeldungen endete die Kundgebung. Als Schwerpunktthema für den nächsten Montag wurde die Diskussion um die ständige Erreichbarkeit von Beschäftigten durch ihren Arbeitgeber beschlossen. Ebenfalls wird die aktuelle Entwicklung bei Opel weiterverfolgt.

Mit der Abschlusshymne endete die Kundgebung.

Die Moderatoren
Ulrich Achenbach
Christoph Schweitzer
18.2.14 00:34
 
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