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Montagsdemo verurteilt Gräueltat im Jobcenter Neuss

Es gab eine kleine Panne zu Beginn der Kundgebung: Der Akku des Lautsprechers war leer und es musste improvisiert werden. Ein Verlängerungskabel wurde gekauft und glücklicherweise bekam die Montagsdemo Strom aus einem nahe gelegenen Textilgeschäft. Danach eröffnete einer der Moderatoren die Diskussion mit dem Schwerpunktthema Mord an einer Sachbearbeiterin im Jobcenter Neuss.

"Ich bin erschüttert über so eine durch nichts zu rechtfertigene Tat", leitete er die Debatte ein, "aber indirekt tragen die verantwortlichen Politiker eine Mitschuld, da sie rapiden Sozialabbau durch Hartz IV betrieben haben. Verzweifelte Menschen können dann - besonders wenn es um deren Existenz geht - zu solchen Kurzschlusshandlungen neigen. Darüber möchten wir heute diskutieren.

"Ich finde es auch sehr schrecklich, was da in Neuss passiert ist. Eine junge Frau musste durch diese Wahnsinnstat eines ALG II - Empfängers ihr Leben lassen. Wie man man nur so reagieren, wenn es um die eigenen Daten geht?", prangerte eine Frau an. "Ich kann mir vorstellen, dass ein Hilfebedürftiger ausrastet, wenn seine Leistung auf null Euro gekürzt wird. Aber so skrupellos zu sein und einen Menschen, der nur seine Pflicht tut, umzubringen, ist abscheulich und verwerflich!", ergänzte ein Redner. 

"Die Bundesregierung müsste jetzt endlich aufwachen und nachdenken, warum es immer mehr Gewalttaten in den Jobcentern gibt. Dieser bestialische Mord in Neuss ist kein Einzelfall", lautete eine weitere Wortmeldung, "begünstigt wird so etwas durch solche Entrechtungsgesetze wie Hartz IV. Nach diesem Gesetz ist tatsächlich die Existenz eines Menschen bedroht, wenn das ALG II komplett gestrichen wird. "Verbrechen" wie die wiederholte Ablehnung von prekärer Arbeit oder Ein-Euro-Jobs werden sofort mit drastischen Sanktionen beantwortet, die zum Verlust des ALG II führen können".

 "Der Mörder im Jobcenter Neuss hätte sich bei dem Vorgesetzten der Sachbearbeiterin beschweren müssen oder an die Öffentlichkeit gehen können. Wenn ich Probleme habe, nenne ich sie öffentlich bei der Montagsdemo", rief eine Demonstrantin.

Alle waren sich einig, dass Mord, egal unter welchen Umständen, niemals akzeptiert werden kann. Der Mord ist das schlimmste Verbrechen überhaupt!

Das Stichwort Sozialabbau leitete zu den Berichten der Teilnehmer

an der Großdemo am vergangenen Samstag über. Ein Montagsdemonstrant berichtete: "In mehreren Städten wie Berlin, Hamburg, Bochum protestierten Tausende gegen die unsoziale Politik. Unter dem Motto "Umfairteilen" gingen z.B. in Bochum rd. 6000 Menschen aufd die Straße. Zu dieser Aktion hatte ein Bündnis aufgerufen. Ich sah viele Fahnen von der Linkspartei, der Organisation DIDF, dem Sozialverband usw., aber auch Fahnen von der SPD und den Grünen. Das finde ich besonders absurd, da doch gerade diese zwei Parteien die Hartz-Gesetze verabscheidet hatten. Es gab aber auch gute Reden u.a. von Vertretern der Ifaak, den Jugendverbänden der Gewerkschaft Verdi und anderen Organisationen. Die Krönung war die Darbietung vom Schauspielhaus "Kleiner Mann, was nun?" auf der Abschlusskundgebung, ebenso das Schlusswort der Moderatorin "Diese Demo wird nur unterbrochen, der Widerstand wird weitergehen".

"Diese Demo war wunderschön, ich habe jedoch zwei Punkte zu bemängeln, zum ersten, die Einzelgewerkschaft IG Metall hat nicht offiziell an dem Protest teilgenommen und zum zweiten, es gab weder auf den Bühnen noch auf dem Demozug ein offenes Mikrofon", äußerte sich ein anderer Redner.

"Ich fand es schön, dass so viele von der Montagsdemo mit dabei waren", freute sich eine Rednerin.

"Es ist wichtig, dass die Proteste auf der Straße zunehmen und sich immer mehr Menschen gegen die Politik für die Konzerne und Großbanken auflehnen", merkte der Moderator an.

Nach weiteren Wortmeldungen endete die Kundgebung wie üblich mit der Abschlusshymne. Eine Passantin hat sich promt noch einen der letzten Plätze für die Fahrt nach Berlin gesichert.

Nach dem Ende der heutigen Montagsdemo bedankten sich der Moderator und ein weiterer Demoteilnehmer bei der hilfsbereiten Verkäuferin des Textilgeschäftes mit einem Blumenstrauß.

Am nächsten Montag gibt es eine Nachlese von der Herbstdemo in Berlin am 6.10.12.

Die Moderatoren
Ulrich Achenbach
Paul Fröhlich 

3.10.12 18:59
 
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